,,Werbung bitte hier einwerfen!“ Das leidige Thema mit der Werbe-Kennzeichnung & wie ich es nun mache

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Werbung da Namensnennungen und Unternehmensnennungen– unbezahlt & unbeauftragt

Im Moment sind die Gemüter erhitzt und das habe auch ich, gerade auf Instagram sehr arg mitbekommen dürfen.

Worum geht es? Was ist denn passiert?

Es geht um den Fall von Vreni Frost. Sie betreibt ihren Blog „NeverEver“ aber auch ihren Instagram Account und wurde nun vom Verband Sozialer Wettbewerb wegen unlauteren Wettbewerbs gemäß § 5a Abs. 6 UWG und § 6 Abs. 1 Telemediengesetz abgemahnt. Auf einzelnen Beiträgen hat sie Marken verlinkt, ohne diesen Beitrag als Werbung zu kennzeichnen. Grund dafür war, dass sie für diesen Beitrag nicht bezahlt wurde und es auch so keine anderweitige Vergütung gab. Vielleicht kennst du es von dir. Du bist gerade in deinem Lieblingsrestaurant, verlinkst es in deinem Instagram-Beitrag, schickst diesen ab und denkst dir nichts dabei. Vielen anderen geht es genauso und das kann ich sehr gut verstehen. Was kann daran schon falsch sein? Du bist also in dem Glauben, dass das richtig sei und wolltest prinzipiell auch nur das Restaurant was du liebst empfehlen, darauf aufmerksam machen. Dies ist aber für das Gericht schlichtweg Werbung, denn es entscheidet nicht über redaktionelle und kommerzielle Handlungen von dir und das was du tust, wird manchmal sogar auch sehr gerne als Schleichwerbung tituliert. Schleichwerbung kam schon oft vor, ohne das ein Beitrag  mit dem Wort Werbung markiert wurde. Da kann ich schon verstehen, dass nun reagiert wird, auch wenn die Blogger, Influencer oder wer auch immer nun auf die Barrikaden geht.

Folgender Stand ist also momentan, dass das Markieren von Freunden, Geschäften, Marken sowie Orten Werbung ist und somit eine Gewinnerzielungsabsicht. Vollkommen egal ist dabei, ob du damit Cash auf Kralle bekommen hast, ein Schmusekissen oder was auch immer. Du machst Werbung, fertig.

Für mich ist es wie ein zweischneidiges Schwert, dass tief unter die Haut geht, denn ich kann auf der einen Seite die Blogger, Influencer oder auch Hobby-Instagrammer oder wie sie sich alle schimpfen, verstehen. Es ist schlichtweg einfach nervig, wenn man selbst seinen verlinkten Burger von Burger King markiert und als Werbung, wenn auch dieser selbstbezahlt ist, dein Portmonnaie vor Leere heult und keine Kooperation mit dem Unternehmen in Gange war, Werbung ist. Ich kann es aber verstehen warum es als Werbung gekennzeichnet werden soll und nein ich gehe deswegen nun nicht in Deckung: Ich nenne ein Unternehmen, eine Marke und locke quasi für dieses Unternehmen Kunden an, vorausgesetzt meinen Abonnenten gefällt das was ich zeige und sie können etwas damit anfangen. Also mache ich Werbung und das muss ich kennzeichnen. So what, niemand bricht sich dabei einen ab. Weder sich zu erkundigen, wie man es momentan kennzeichnen muss, noch das eben schnell über seinen Beitrag zu schreiben.

Weniger oder aber überhaupt nicht verstehen kann ich, dass Orte auch als Werbung gelten oder meine lieb gewonnenen Freunde. Warum ist das Werbung? Weil ich meinen Freunden vielleicht ein paar Abonnenten abgebe?  Was aber ist mit dem Ort wo ich gerade bin oder vielleicht lebe? Schenke ich meinem Ort einen Gewinn durch neue Mieter oder Brötchenkäufer? Das erschließt sich mir nicht und ich hoffe sehr, dass schnellstmöglich eine Möglichkeit gefunden wird, ein Urteil das nochmal differenzierter ausfällt.

Denn: Wo führt das hin?

Zudem ist das nicht der einzige Fall der immer und immer mehr zu mir durchsickerte, mich teilweise mit offenen Mund dastehen ließ. Auch die liebe Vanessa Blumenthal wurde mehrmalig abgemahnt und weißt du warum? Weil sie ihren Freund auf ihrem Instagram Bild markiert hat.  Werden viele ihre Instagramaccounts schließen? Werden noch mehr Blogger ihren tollen Blog schließen? Das alleine hat die neue Datenschutzverordnung schon geschafft. Einige Blogger haben ihre Blogs geschlossen aus der Angst heraus abgemahnt zu werden.  Jedenfalls nochmal zurück zu Vanessa. Ihr wurde vorgeworfen, dass ihr Freund sie dafür bezahlt haben könnte, um so mehr Abonnenten zu generieren und dann Werbeverträge einzuheimsen. Zum Glück wurde aber der Freund von Vanessa als Freund anerkannt. Da möchte ich glatt auf den Tisch hauen. Ist das wirklich wahr? Für mich ist das schon unverständlicher.  Es setzt dem Ganzen noch die Krone auf.

Ich werde nun folgendes tun und alle Freunde, Orte, Unternehmen etc. als Werbung markieren. Überall wo ich in den sozialen Medien zu finden bin. Hier auf Zeitengenossin werden sogar meine Literaturkritiken mit Werbung gekennzeichnet werden, auch wenn ich diese Rezensionsexemplare vom Bloggerportal und dem jeweiligen Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt bekommen habe. Dies bedeutet nicht, dass ich dafür Geld bekommen habe und wenn, werde ich das natürlich dazu schreiben. Bisher waren aber alle Artikel hier auf meinem Blog unbezahlt und hey, wenn ich Millionärin werde weißt du als erstes bescheid. Einfach mal herzlichst lachen.

 

Wie stehst du zu dem Thema? Was ist deine Meinung dazu? Findest du das noch menschengerecht? Was ist mit der Würde des Menschen?

 

 

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7 Comments

  • Reply
    Tanja L.
    10. Juli 2018 at 19:27

    Sen Schwachfug mit der Werbekennzeichnung muss man nicht verstehen. Ich schreibe klar Werbung bei allem, was ich kostenlos bekommen habe oder wofür ich bezahlt wurde. Wenn ich etwas selber gekauft habe, dann schreibe ich es nicht. Oder muss ich jetzt nen Hut mit der Aufschrift „Werbung“ tragen wenn ich vor’s Haus gehe, weil auf meinem gekauften!!! Shirt „Esprit“ steht? Mache ich dann Werbung? Wo soll das bitte noch hinführen?

    • Reply
      Sandra
      11. Juli 2018 at 8:29

      Liebe Tanja,
      wo das hinführen soll ist eine sehr gute Frage. Den Hut mit der Kennzeichnung ,,Werbung“ nehme ich aber auch gerne. Auf das die Gesellschaft blöde schauen wird. Lustig ist es aber allemal.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Tama
    12. Juli 2018 at 10:52

    Ich stehe da auf einer ähnlichen Seite. Ich fidne absolut übertrieben. Die geschichte mit Vanessa hab ich gar nicht mitbekommen. total verrückt.
    Seither verlinke ich in meinen so wenig wie möglich,w enn gleich mir dadurch unmengen an traffic verlroen ght. immerhin tagge ich Firmen oder Schlagwörter nicht um Werbung dafür zu machen, sondern um meinen kleinen Pupsblog bekannter zu machen. Wenn dann auch noch überall erst „Werbung durch Verlinkung, Markennennung, etc“ steht, rutscht mein eigentlicher Beitrag zum post einfach weiter nach unten, und wird so nicht mehr angezeigt, sprich im feed list man nur noch „Werbung durch blabla“, bei fast jedem Post. Der User muss erst wieder aktiv auf „Mehr anzeigen“ klicken, um lesen zu können, was ich dazu zu sagen habe. Um meine Fragen zu lesen, um auf meine Call to Action Formulierungen reagieren zu können.
    Das ist das eine Thema.
    Zum Anderen, mach das mal alles nachträglich, wenn du mehrere 100 oder 1.000 Beiträge hast. Da kannst du Tagelang dran sitzen.
    Und den eigentlichen Aspekt der Tranparenz erfüllt dieser Ganze Wahnsinn auch nicht, im Gegenteil. Dadurch dass alles zur Sicherheit lieber gleich als Werbung bezeichnet wird, ist für den privaten user fast gar nicht mehr erkenntbar was nun wirklich Werbung ist und was nicht.
    Und mal im Ernst: Ich klicke nur auf ein Bild, wenn ich wissen möchte welche Marken für einen bestimmten Look gewählt wurden. Weil ich es wissen will. Wer es nicht wissen möchte, ist nicht dazu gezwungen das Foto anzuklicken und die Verlinkung zu sehen. Und auch im text wird keiner dazu genötigt, auf die Profile zu klicken, die verlinkt werden. Da sollte jeder mit ein bisschen Menschenverstand ran gehen und wissen, wenn ich da drauf klicke, komm ich auf ne Firmenseite und da kann ich dann was kaufen. Das hat für mich nix mit Werbung zu tun, sondern mit transparenter Information für meine Leser. Wenn es nicht dabei steht, kommen wieder 1.000 Fragen zu „welchen Lippenstift hast du verwendet“ „Wo hast du den Highlighter her“ „Was sind das für Wimpern“
    Wie wird dass denn da gehandhabt? Ich markiere im Beitrag nirgendwo und beantworte dann die Fragen, ist dass dann auch wieder Werbung? Muss ich dann vor jeden Antwortkommentar auch „Werbung durch Markennennung“ schreiben?

    Natürlich soll alles fair sein etc. Aber was hier passiert geht einfach nur zulasten der Tranparenz und der Wachtumsmöglichkeit kleiner Blogger. Als würde es der Algorithmus auf Insta und Co. nicht schon schwer genug machen, neue Follower zu bekommen bzw. mehr likes zu generieren.
    Liebe Grüße,
    Tama

    • Reply
      Sandra
      12. Juli 2018 at 11:38

      Liebe Tama,
      was mir optisch nicht gefällt ist, dass meine Leser auf der Startseite den Artikel sehen können aber vor jedem einfach diese Werbenennung lesen müssen. Daher ich kann das gut nachvollziehen, nur was haben wir dagegen in der Hand? Uns bleibt als Blogger einfach keine Wahl und besser so, als wirklich eine Abmahnung zu kassieren und ich glaube, dass die Gerichte kaum die Optik des Blogs interessiert. Uns wiederum mehr, da wir Leser ansprechen möchten und das müssen wir eben nun etwas anders handhaben, unseren Weg finden. Ich denke wenn der Leser weiß, dass die Artikel den Mehrwert bieten, es kein Problem darstellt.

      Daran habe ich auch gedacht. An die Accounts mit 100 bis 2000 Bildern. Das ist Arbeit. Arbeit die unumgänglich ist gerade.

      Ja, schade ist es das alles mit Werbung markiert wird, auch was nicht Werbung ist aber ich finde schon, dass die Leser es erkennen können. Wenn ich nur schreibe „Werbung da Markennennung“ ist es etwas Anderes, als wenn ich schreibe „Werbung da Kooperation, Markennennung & Co.“ Weißt du wie ich das meine? Ich denke es kommt auch auf die Formulierung an. Wichtig ist eben dieses „unbeauftragt und unbezahlt“, stünde da „bezahlt“, wäre die Sache doch glasklar.

      Ich finde es auch gut manchmal zu wissen, wo die und die Dekoration herkommt. Das macht vieles einfacher aber die Unternehmen finden das wohl auch nicht so gut. Ja, ob man das in Kommentaren auch so schreiben muss, gute Frage. Muss man fast annehmen. Im Kern gebe ich dir somit recht.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    L♥ebe was ist
    17. Juli 2018 at 23:19

    ich kann deinen Frust sehr gut nachvollziehen meine Liebe! persönlich finde ich mich eher damit ab und sehe es als eine reine Formalie! irgendwann, früher oder später, wird der Gesetzt auch eine einheitliche Richtlinie erlassen müssen und dann hat die ganze Verwirrung und das übermäßige Kennzeichnen auch ein Ende 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    • Reply
      Sandra
      18. Juli 2018 at 15:19

      Liebe Tina,
      ich sehe das auch wie eine reine Formalie, ich fand es nur schade, dass wenn man seinen Freund markiert deswegen vor Gericht muss, weil das Gericht eine Gewinnerzielungsabsicht sieht. Gut, was heißt schade? Das ist traurig. Alles andere ist halt eben etwas, was getan werden muss und gut ist. Damit finde ich mich ab.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Wioleta
    19. Juli 2018 at 21:47

    Da ich nicht auf Instagram sondern „nur“ aif Facebook unterwegs bin, habe ich dieses Problem nicht ganz so sehr. Dennoch versuche ich immer darauf zu achten, Meine Beiträge, sofern eine Marke, ein Name oder was auch immer darin vorkommt, mit dem Wort Werbung zu kennzeichnen.
    Ich Frage mich nur immer welchen Unterschied das macht. Nehmen wir deinen Beispiel mit dem Burger. Derselbe Beitrag mit oder ohne Wort Werbung. Wird mein Leser den Beitrag nun vorsichtiger betrachten, damit er sich bewusst nicht „bekehren“ lässt? Und was inwiefern ist es Werbung wenn ich meinen Freunden erzähle, es gibt eine neue Bar, die macht die besten Cocktail der Umgebung! Schließlich mache ich so auch Werbung, wenn auch im viel kleineren Abnehmerkreis.
    Also Frage ich mich einfach nur… was ist der Sinn und wieso ist es so wichtig??

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