Literaturkritik | Die Charité – Hoffnung und Schicksal

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Sternstunden der Medizin
Berlin, 1831. Seit Wochen geht die Angst um, die Cholera könne Deutschland erreichen – und als auf einem Spreekahn ein Schiffer unter grauenvollen Schmerzen stirbt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. In der Charité versuchen Professor Dieffenbach und seine Kollegen fieberhaft, Überträger und Heilmittel auszumachen: ein Wettlauf gegen die Zeit. Während die Ärzte um das Überleben von Tausenden kämpfen, führen drei Frauen ihren ganz persönlichen Kampf: Gräfin Ludovica, gefangen in der Ehe mit einem Hypochonder, findet Trost und Kraft in den Gesprächen mit Arzt Dieffenbach. Hebamme Martha versucht, ihrem Sohn eine bessere Zukunft zu bieten, und verdingt sich im Totenhaus der Charité. Die junge Pflegerin Elisabeth entdeckt die Liebe zur Medizin und – verbotenerweise – zu einem jungen Arzt.

Die Charité – Geschichten von Leben und Tod, von Hoffnung und Schicksal im wohl berühmtesten Krankenhaus Deutschlands.


Verlag: rowohlt Polaris
Broschiertes Buch
490 Seiten
ISBN: 978-3-4992-74510
Verkaufspreis: 14,99 Euro


Literaturkritik

Gedanken zur Geschichte des Buches: Die Buchgeschichte fand ich persönlich sehr interessant, gerade weil es im Jahre 1831 spielt und ein damaliger Krankenhausaufenthalt alles andere als rosig war. Auch die damalige Medizin, im Gegensatz zu heute, war teilweise hinter dem Mond und zum Beispiel Kaiserschnitte wurden ohne einer Rückenmarksnarkose durchgeführt. Dieser Einblick in den Alltag der Charité war nicht immer schön. Stellenweise wurde es so gut beschrieben, dass ich der Meinung bin, dass dies nichts für schwache Nerven ist. Zeitweilig war es mir daher wirklich zu viel und teilweise wurde mir sogar ein bisschen schlecht, als von eitrigen Wunden oder sonst welchen „Ausartungen“ geschrieben wurde, wobei ich eigentlich nicht empfindlich bin aber da war meine Grenze einfach erreicht. Ich bin nämlich ein Mensch, der wenn er Bücher liest visuell sehr dabei ist. Alles was ich also lese, kann ich mir bildlich vor meinen Augen vorstellen und das fanden weder meine Nerven schön, noch mein Magen. Trotzdem hat die Autorin eine gute Geschichte über und um das Charité erfunden und geschrieben.

Gedanken zu den Protagonisten: Die Protagonisten waren mir zeitweise zu flach und deren Charakteristik ging oftmals in dem Klinikaufenthalt unter. Sie hatten für mich keine wahrnehmbare Tiefe entwickelt. Weder die Hebamme Martha, die eine ganz liebe und nette Dame ist, noch Dr. Dieffenbach oder die Gräfin Ludovica. Ich konnte die Protagonisten zwar in ihren Aussagen und Handlungen verstehen aber es wirkte sehr emotionslos, was ich sehr schade fand. Gerade bei diesem Thema des Buches. Was ich auch am Anfang schon sehr merkwürdig fand war, dass auch wenn zum Beispiel die Gräfin Ludovica schwanger ins Krankenhaus zu Dr, Dieffenbach ging, einfach keine Spur von Angst da war an der Cholera zu erkranken. Auch der Umgang von Ärzten mit den Patienten habe ich mir mehr erhofft. Mir fehlte etwas, auch wenn ich es nicht genau benennen kann.

Gedanken zur Umsetzung des Buches und dem Schreibstils: Die Umsetzung wurde gut getroffen, dennoch sind mir die Protagonisten zu flach, nicht greifbar genug und sehr emotionslos. Der Schreibstil hingegen ist sehr gut. Es lässt sich flüssig lesen.

Gedanken zum Cover des Buches: Das Cover finde ich total schön und passend zu dem Thema des Buches gestaltet. Betrachtet man die Blüte, so kann man sagen, dass alles im Leben vergänglich wird. Es wird geboren, es wird gestorben und zwischendrin gibt es Höhen und Tiefen.

 

 

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1 Comment

  • Reply
    L♥ebe was ist
    28. Juli 2018 at 17:34

    das Buch dieser reihe habe ich leider nicht gelesen, aber ich kenne die Reportage dazu und fand sie wirklich super informativ und toll inszeniert – vl liegt das aber auch daran, dass ich als Medizinerin doch etwas anders an diese Thematik rangehe 😉

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

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