Leben ohne Antidepressiva – Mein Weg zurück ins Leben ohne Medikamente

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,,Du willst dein Antidepressiva absetzen ? Sicher das du das schaffst?“

Leben ohne Antidepressiva, klingt gut nicht wahr? Doch gibt es auch die Menschen, die einen mit großen Augen ansehen und sich fragen, ob ich das Absetzen wirklich als richtig empfinde. Ja, dass tue ich. Vor allem nachdem ich sie zwei Jahre unterstützend genommen habe, keine weitere diagnostizierte Depression oder Angststörung bekommen habe und meine Ängste aber auch Panikattacken einzig alleine daher kommen: Vom Stress. Nur um gelassen zu sein und das war ich mit denen durchaus mehr, muss ich meinen Körper nicht mit Psychopharmaka belasten. Dafür gibt es anderes, zum Beispiel meine geliebten Meditationen, die ich seit ein paar Tagen jeden Abend mache. Ich bleibe also am Ball und das ist für mich sehr wichtig. Niemand sagt, auch ich nicht das es einfach werden wird aber mal ehrlich, was ist im Leben einfach? Gerade als Vierfachmama ist das Leben nicht immer einfach, wenngleich auch freudiger und die Auszeiten für mich sind rar. Es wird auch weiter Arbeit an mir selbst sein und vor allem muss ich (mal wieder) meinen Perfektionismus ablegen, denn der fühlt sich momentan wieder sehr wichtig. Der lässt sich an manchen Tagen dann doch ganz extrem blicken und jemand, der genauso perfektionistisch ist wie ich wird es kennen: Alles muss sauber sein, alles muss ordentlich sein, alles hat seinen Platz, die Kinder müssen geschniegelt und gebügelt sein, am besten noch das Mittagessen gesund hoch zehn und, und, und. Das ist nicht das Leben, dass funktioniert nicht, auch wenn viele das meinen oder uns besuchen kommen und sagen:,,Mensch, dass ist aber sauber hier!“ Kommt das wirklich nur darauf an heutzutage? Das man eine Vorzeigewohnung hat, wo nichts herumliegen darf? Ja, macht sich nicht von alleine aber es kann auch nicht immer so aussehen. Manchmal liegen auch auf unserem Boden Flusen herum oder Krümel weil die Kids ein Brötchen gemampft haben.  Oder aber meine liebe Norwegerin Edda schmeisst meine geliebte Sukkulente von der Fensterbank. Es kann nicht alles zu 1000% toll oder sonst was sein, denn wenn man sich wie die Waschmaschine beim Schleudern im Kreis dreht, wird über kurz oder lang mit der Erschöpfung belohnt und ja, ich weiß wovon ich schreibe und spreche. Denn ich habe es einen Freitagmorgen letze Woche erleben dürfen. Meine Beine fühlten sich an wie Wackelpudding, mir war schlecht, ich konnte nicht mehr aufstehen und ich bekam eine Panikattacke. Alles in einem ein absoluter blöder Tag aber es war abzusehen.

Gebe der Frau eine Diagnose: Wochenbettdepression

Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, in der ich noch kein Antidepressiva nehmen musste, doch es kam der Tag da waren sie meine Helferlein in der Not. Die Helferlein für meine Wochenbettdepression und keine Frage, ich bin dankbar das ich sie zu diesem Zeitpunkt hatte. Sie haben mir wieder ein Lächeln auf die Lippen gezaubert, mir wieder lichtvolle Tage beschert und mich dazu verleitet an mir zu arbeiten, Zweifel abzulegen. Wichtig vor allem war es für mich, dass meine Zwangsgedanken dadurch in den Hintergrund gerückt sind, ich mich einzig und alleine auf mich besinnen konnte. Heute stelle ich mir die Frage:,,Hätte ich es nicht auch ohne sie geschafft?“ Vielleicht. Doch ich konzentriere mich auf das Jetzt. Just auf diesen Moment, auf das was jetzt genau in diesem Moment ist.

Ich fühle mich gut. Lebendiger. Nicht das ich nun mit meiner Dosierung schon auf Null bin – nein, aber ich bin einige Miligramm herunter und es geht mir so gut wie schon lange nicht mehr. Ich habe auch gemerkt in der Zeit wo ich minimal höher dosiert habe, dass ich einfach nicht mehr ich bin. Ich empfand diesen Zustand als absolut komisch, auch jetzt im Rückblick auf diese Zeit. Die erste Zeit war ich sehr müde, was normal ist und auch nicht weiter schlimm, vorausgesetzt man hat morgens die Zeit bis um 12 Uhr liegen zu bleiben. So ungefähr kann man sich das vorstellen ist es bei mir gewesen. Ich habe an Stellen gelacht, wo es eigentlich nicht wirklich lustig war, habe Späße gemacht die ich so nie gebracht hätte und nein, diese waren nicht anzüglich oder „extrem“ aber es war einfach in dem Moment nicht angebracht. Ich fühlte ich mich neben der Spur. Fühlte mich nicht als ich. Nicht das ich meinen Alltag nicht bewältigen konnte, das ging bisher immer sehr gut aber ich merkte, dass mich das verändert hatte und deswegen ging ich auf meine ursprüngliche Dosis zurück – mit Erfolg.

Dennoch habe ich aber gemerkt, dass ich körperlich anfälliger bin für Ängste und Panikattacken, wenn ich meine Dosis wie gewohnt nehme. Das finde ich merkwürdig, denn das hatte ich bisher noch nie. Nicht einmal in den ganzen zwei Jahren, hat mein Körper mir das so signalisiert. Seitdem ich aber meine Dosis verringert habe, fühle ich mich im Großen und Ganzen wirklich gut und merke auch, dass alles positive überwiegt und nicht das Negative. Ich kann das schlecht beschreiben und vielleicht ist es auch gerade nur die Freude darüber, es endlich zu versuchen mit dem Mut es dieses Mal durchzuziehen. Und noch eine weitere Freude kommt hinzu: Meine Menstruation, mein ganzer Zyklus wird wieder normal, denn das ist er seit zwei Jahren nicht so wirklich. Nicht das wir ein fünftes Kind planen, sondern einfach weil ich mich damit dann hoffentlich auch besser fühle. Mit dem Medikament ist es so, dass ich während der Eisprungzeit und kurz vor Eintritt der Menstruation mit Ängsten konfrontiert werde. Nun könnte man meinen es seien die Wechseljahre, was auch in meinem Alter von 31 Jahren nicht so unüblich ist oder aber die „Vorstufe“ der Wechseljahre. Warte ich auf jeden Fall an dieser Stelle einmal ab.

Keine Absetzsymptome – bisher?

So kann es eben auch laufen, ich habe bisher keine Absetzsymptome, außer ein leichtes Händezittern aber das hatte ich bei der Einnahme damals auch. Einfach hingenommen, ging von alleine weg. Dazu muss ich aber sagen, dass ich beim Absetzen vor der Planung unseres vierten Kindes auch keine hatte. Mir ist nicht schwindelig, nicht schlecht, habe keine Kopfschmerzen und vielleicht macht es nun auch meine Einstellung aus. Eigentlich müsste man nach dem dritten Tag welche bekommen aber diese blieben aus. Darüber bin ich sehr froh und dafür bin ich zu dem auch dankbar, denn es gibt andere Menschen die es absetzen möchten und denen es arg schlecht geht. Das tut mir für die Menschen dann echt leid, weil es schon so nicht einfach ist. Einfach in dem Sinne, den Mut zu haben ein Leben ohne Antidepressiva weiter zu führen, sich mit seinen Ängsten nochmals anders auseinander zu setzen, denn auch ich hatte den einen Tag den Gedanken:,,Was wenn meine Zwangsgedanken zurück kommen?“ ,,Was wenn ich es ohne nicht schaffe?“ Dazu muss ich sagen, dass die Zwangsgedanken in Verbindung mit der Wochenbettdepression standen und dadurch entstanden sind. Die Wochenbettdepression kam und diese sogenannten Zwangsgedanken auch. Heute weiß ich, wie ich mit ihnen umgehen muss, sollten diese noch einmal auftauchen. Das sie sehr einfallsreich sind habe ich schon oft gemerkt, doch das sie nichts zu bedeuten haben und mir im Grunde nur etwas Gutes wollen, dass weiß ich. Und ehrlich gesagt, habe ich bisher nicht einen Zwangsgedanken mehr gehabt. Wahrscheinlich weil ich mit mir im Einklang bin, sie wissen das ich sie nicht glaube und auch wieder einen wunderbaren Gegengedanken dafür habe. Also keine Macht den Zwangsgedanken! Und als kleine Anmerkung, weil ich es auf Instagram schon gefragt wurde: Es wird kein weiterer Artikel zu dem Thema Zwangsgedanken vorerst online kommen, da ich leider schlechte Erfahrungen damit gemacht habe und arg beleidigt wurde, als ich bei YouTube ein Video darüber drehte und dort sogar geweint habe. Meine Worte waren, dass ich nicht verstehen kann warum ich daran erkrankt bin und diese Zwangsgedanken tun mir so weh, sie sind so real. Das ich meine Zeit mit frischgeborenem Baby gar nicht wirklich geniessen konnte. Und ja, mir fehlen wirklich einige Bruchstücke aber auch nur weil die Welt im grauen Nebel war. Alles war taub. Grau. Gefühlskalt. Es war eine schwere Zeit.

Jeder der eine Zwangserkrankung hat oder eben Zwangsgedanken, wird wissen wie schlimm das ist. Leider gibt es aber die Menschen die solche Mütter verurteilen, sie regelrecht beleidigen, auch wenn diese Mütter und dazu konnte ich mich vor ein paar Jahren zählen, jede Menge Hilfe haben von Familienhebammen, Ärzte in psychologischen Einrichtungen, den Hausarzt und die Verhaltenspsychologin. Ich war nie alleine und dennoch habe ich Beleidigungen einstecken müssen und ganz ehrlich? Heute kann ich darüber nur lachen, wie bescheuert manche Menschen sind und meinen sie wissen alles. Haben das Wissen darüber, dass jeder Mensch natürlich nicht individuell ist und seinen eigenen (Leidens-)Weg geht. Natürlich nicht. Genau das ist das, was ich an der Gesellschaft ganz arg traurig finde. Das jeder Mensch nur eine Nummer von vielen ist, aber kein Individuum und jeder Mensch mit einer psychischen Erkrankung gleich durchgeknallt ist, eingesperrt gehört oder was auch immer. Ihr Menschen da draußen, wenn ihr so denkt, dann befasst euch bitte noch einmal mit diesem Thema. Nicht nur fünf Minuten über Google, sondern längere Zeit. Manchmal müsst ihr aber auch selbst erfahren wie es ist, so eine Erkrankung zu haben. Ob für kurze oder lange Zeit, glaubt mir ich würdet es euch wieder vom Leibe wünschen und nein, ich wünsche niemandem etwas Böses.

Die Angst wird zu meinem Freund und mein Freund bekommt Platz in meinem Leben, zudem die nötige Akzeptanz.

Ja, die Angst ist zu meinem Freund geworden. Meine Ängste waren lange Zeit sehr schlimm, denn es waren keine präzisen Ängste, wie wenn jemand Angst vor Dunkelheit oder engen Räumen hat. Nein, die Angst war einfach da. Von Jetzt auf Gleich. Keiner war hier außer die Kinder und schon überkam sie mich, dazu eine Panikattacke. In manchen Momenten dachte ich, dass ich gleich umfalle und tot bin. An manchen Tagen lag ich abends im Bett und dachte ich muss nun sterben, werde morgen nicht erleben. Lag da wie angewurzelt. Ich glaube, dass jemand der das nicht hatte, es nicht nachvollziehen kann. Das verstehe ich. Wenn ich das jetzt schreibe, dieser Artikel bald meine Feder verlässt, dann ist es so unwirklich das das wirklich einmal war. So prägnant. So echt. So nah an mir dran.

Aber nun möchte ich mit meiner Angst weiter Hand in Hand gehen. Ich nenne sie liebvoll mein stummes Häschen. Es kann nicht sprechen aber sie kann sich bemerkbar machen. Wenn sie anklopft, so bitte ich sie herein, gebe ihr ihren Raum und versuche mich auf meinen Atem zu konzentrieren. Und so darf es nun weiter gehen. Ich werde in den nächsten Wochen berichten, wie es mir geht, was sich verändert hat und ob die Freude darüber immer noch so ist, wie sie heute ist.

 

 

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29 Comments

  • Reply
    Alice Christina
    20. Juli 2018 at 22:42

    Wow, ein unglaublicher mutiger und toller Beitrag ❤ ich wünsch dir alles Liebe und viel Erfolg! Ich hatte auch einige Zeit lang mit Panikattacken zu kämpfen.

    Lieben Gruß,
    ❤ Alice von alicechristina.com
    Alice Christina auf Instagram

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 14:52

      Liebe Alice,
      vielen lieben Dank für dein liebes Feedback. Panikattacken sind absolut nicht schön.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    L♥ebe was ist
    20. Juli 2018 at 23:33

    wow meine Liebe, was für ein ergreifendes Statement! ich stelle es mir schlimm vor, selber nicht so ganz zu wissen oder einordnen zu können, was mit einem nicht stimmt … da ist es sicher schon sehr hilfreich, wenn das Ganze einen Namen bekommt!

    ich finde es toll, dass du deinen Weg gehst und ohne die Medikamente auskommst 🙂

    alles Liebe,
    ❤ Tina von liebewasist.com
    Liebe was ist auf Instagram

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 14:55

      Liebe Tina,
      mir war es wichtig einfach mal darüber zu schreiben. Ich fand es auch einfacher, als das Ganze einen Namen bekam. Schön ist es zwar nicht aber man kann es benennen. Ich versuche ohne die Medikamente in den nächsten Jahren auszukommen. So einfach ist das leider nicht. Ich werde darüber aber berichten.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Steffi
    21. Juli 2018 at 7:35

    Hey,

    ein sehr emotionsvoller Beitrag und tiefer Einblick in dein Leben. Danke für deine Offenheit. Ich freue mich, dass du nicht aufgibst und versuchst andere Wege suchst, außer Medikamente zu nehmen. Du hast Recht, heutzutage wird so oft „Friede-Freude-Eierkuchen“ gezeigt oder getan als wäre alles perfekt, dabei geht das gar nicht und viele fressen ihren Kummer in sich hinein und merken zu spät, dass sie krank sind.

    Ich wünsche dir alles Gute 🍀

    Lg
    Steffi

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 14:57

      Hey Steffi,
      ja, ich danke dir für deine lieben Worte und sehr gerne. Ich finde es ist einfach ein Thema, welches oft aber auch nicht sooft besprochen wird und wenn, heißt es sehr oft, dass es etwas mit dem Thema Selbstliebe oder dem positiven Denken zutun hat. Natürlich spielt das auch eine gewisse Rolle, ist aber nicht alles. Wir Menschen sind alle verschieden und gehen alle anders damit um. Ob es nun während einer Therapie ist, während Medikamente genommen werden oder wann auch immer. Es ist immer individuell und das wird vergessen.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Mo
    21. Juli 2018 at 8:30

    Liebe Sandra,

    meinen allergrößten Respekt! Dass du so offen damit umgehst, finde ich super. In der heutigen Zeit will doch jeder den anderen immer nur die Sonnenseite des Lebens zeigen. Du zeigst, dass das nicht die Wirklichkeit ist.
    Deine Art zu schreiben liebe ich und bewundere deine innere Stärke.
    Danke, für diesen emotionalen und ehrlichen Beitrag.

    Liebe Grüße,
    Mo

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 15:00

      Liebe Mo,
      danke für deinen – wieder mal total lieben – Kommentar. Genau das ist es, es gibt nur Sonnenschein und Glückshormone und ich wünsche jedem beste Gesundheit aber es gibt eben noch die anderen Menschen, denen es nicht so ergeht. Die Gründe sind da breit gefächert. Wir sind alle individuell und sollten uns als diese auch akzeptieren, vor allem aber auch andeere respektieren. Das ist so wichtig. Einfach mal über den Tellerrand hinaus blicken. Leider ist es so, dass auch viele Betroffene, zum Beispiel von Panikattacken genau dies nicht tun.

      Ich habe mal eine gefragt, ob sie Medikamente nimmt. Sie verneinte und meinte, dass sie davon nichts hält. Das finde ich schade.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

      • Reply
        Mo
        28. Juli 2018 at 11:39

        Liebe Sandra,

        ich denke, dass es auch nicht jedem Menschen leicht fällt die eigene Komfortzone zu verlassen oder sich auch nur daraus ein Stückchen hervor zu beugen und sich einfach mal selber zu hinterfragen. Da gehört auch viel Mut dazu.

        Liebe Grüße,
        Mo

  • Reply
    Martina
    21. Juli 2018 at 10:25

    Ängste…das kann man sich als Mensch ohne ständige Angst gar nicht vorstellen….

    Ich habe vor ein paar Tagen erst einen Bericht über den Sänger von Jupiter Jones gesehen, der sein Leben jahrelang nicht mehr im Griff hatte und nun langsam wieder auf einen grünen Zweig kommt.
    Das wünsche ich dir auch!
    VG Martina

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 15:01

      Liebe Martina,
      echt? Das wusste ich gar nicht. Das ist der Wahnsinn und ja, es dauert lange aber ich denke, dass wenn man es schafft, dass es sich sehr lohnt.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Marie-Theres Schindler
    21. Juli 2018 at 10:26

    Hey, ich finde deinen Beitrag ganz toll, sehr offen und ehrlich… Danke, dass du deine Gedanken mit uns teilst, das ist gerade bei diesem Thema super wichtig!
    Liebe Grüße,
    Marie

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 22:07

      Liebe Marie,
      vielen lieben Dank für deinen lieben Kommentar zu diesem ehrlichen Artikel.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Janina
    21. Juli 2018 at 19:24

    Hallo, ein absolut mutiger und interessanter Beitrag von dir! Auch ich leide seit vielen Jahren an einer Angststörung mit Panikattacken… Der erste Versuch mit Antidepressiva schlug völlig fehlt, hatte das erste mal Selbstmordgedanken… der zweite klappte dann… ja die Pillen halfen mir in meiner schlimmsten Phase… das Absetzen nach 2 Jahren war aber die reinste Hölle, hatte ganz schlimme Absetzsymptome. Nie wieder Antidepressiva, nehme nun erfolgreich Johanniskraut was mir hilft lockerer zu bleiben und die Krankheit einfach zu akzeptieren. Finde daher dein Schlussfazit „Die Angst ist zu deinem Freund geworden“ total genial, ja, irgendwie muss man das so machen sonst frisst die Angst einen auf. Freue mich auf neue Beiträge von dir wie es dir nun so ergeht und wünsch dir natürlich das Beste! VlG, Janina

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 22:10

      Liebe Janina,
      vielen lieben Dank. Ich musste einfach mal darüber schreiben. Es freut mich sehr, dass du es nach zwei Jahren absetzen konntest. Habe auch um die Hälfte reduziert und an Tag Nummer 4 merkte ich, dass mir leicht komisch im Kopf ist. Habe also aus Verantwortung, nicht direkt Angst wieder um die Hälfte erhöht und gehe nun noch langsamer herunter mit der Milligram-Zahl. Schön ist das bei weitem nicht und es hat mich auch etwas traurig gemacht aber was soll ich tun? Wenn ich weniger nehme, fühle ich mich jetzt sogar besser, merke wenn ich wieder hochdosiere bin das nicht ganz ich, kann das schwer erklären. Irgendwie ist es dann etwas anders. Ich wünsche mir sehr, dass ich es schaffe.

      Danke. Dieses Schlussfazit ist einfach die Wahrheit. Doch das Antidepressiva war mir nur ein Begleiter.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Who is Mocca?
    21. Juli 2018 at 19:31

    Ein sehr emotionaler Beitrag, auch für mich als Leserin. Ich kenne jemanden im näheren Umfeld der auch in einer ähnlichen Situation steckt. Ich wünsche dir jedenfalls nur das Beste!

    Liebe Grüße,
    Verena von whoismocca.com und thepawsometyroleans.com

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 22:11

      Liebe Verena,
      ich danke dir für dein liebes Kommentar, danke vom Herzen.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Mandy
    21. Juli 2018 at 21:02

    Sehr eindrucksvoller Post und auch den Umgang mit deiner Krankheit. Diese Akzeptanz, aber auch gleichzeitig deine relativ nüchterne Ansicht „Die Angst ist zu meinem Freund geworden.“ Vor allem die Verbildlichung des stummen Häschen. Der Blogartikel hat mich wirklich gerührt und ich wünsche dir alles, alles Gute!

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 22:12

      Liebe Mandy,
      dass ist so lieb von dir, danke für dein Feedback zu meinem Artikel. Die Akzeptanz steht gerade ganz vorne an und tanzt mit mir eine Runde, sozusagen.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Blog-Pirat
    21. Juli 2018 at 21:07

    Hallo,

    toll wie offen und ehrlich du hier über deinen Umgang mit der Einnahme von Antidepressiva schreibst!
    Es ist so wichtig, mit dem Thema offen und ehrlich umzugehen, da einem dies nicht nur selbst hilft, sondern auch vielen Anderen zeigt: Hey, es ist ganz normal, sich mit dem Thema zu beschäftigen und Depressionen sind kein Randphänomen sondern betrifft wahnsinnig viele Menschen. Denen es schlechter und schlechter geht, je weniger sie sich damit beschäftigen um es zu verdrängen.

    Also Danke und beste Grüße
    Blog-Pirat

    https://blog-pirat.com/

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 22:14

      Lieber Blog-Pirat,
      ich denke mir immer:,,Warum auch nicht?“ Bin ich dadurch nun ein schlechterer Mensch? Gewiss nicht. Eine Wochenbettdepression kann jede Wöchnerin treffen direkt nach der Geburt. Ich bin nicht die Einzige. Auch Panikattacken, Angststörungen oder, oder, oder sollten viel mehr Publik bekommen. Ich finde das sehr wichtig. So sehe ich das auch. Gerade in dieser Social-Media-Sunshine-World ist es wichtig, auch die Dinge aufzuzeigen, die es auch gibt.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Avaganza
    21. Juli 2018 at 23:05

    Liebe Sandra,

    ein toller Beitrag! Ich bin Psychologin und weiß dass es Phasen gibt in denen man ohne pharmazeutische Hilfe einfach nicht weiter kommt. Meine Omi braucht seit Jahren Antidepressiva. Sie hat sie allerdings öfter mal alleine reduziert und das ging bei ihr meistens schief. Was ich toll finde, ist dein ehrlicher Beitrag zu diesem Thema. Das Netz quillt über von Bloggern, die ihre Weisheiten zum Thema Lebensfreude, guter Laune und positiven Gedanken von sich geben. Allerdings lässt sich im realen Leben einfach nicht alles mit Glitzerstaub wegblasen und ich finde es schlimm das von solchen Bloggern suggeriert wird, dass alles Einstellungssache ist Das ist es nicht und deshalb finde ich deine ehrlichen Worte sehr wertvoll. Alles Gute wünsche ich dir <3!

    Liebe Grüße
    Verena

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 22:18

      Liebe Verena,
      genau an diesem Punkt war ich auch. Natürlich stelle ich mir heute die Frage, ob ich da auch ohne dem Medikament herausgekommen wäre aber zu diesem damaligen Zeitpunkt war es absolut das Richtige. Es hat mir immerhin geholfen und ja, dass tut es auch jetzt noch und das eigentliche Problem liegt nur an den Absetzsymptomen. Also so wie bei der Omi. Um diese nun aber zu mindern oder gänzlich zu vermeiden, strebe ich an noch langsamer runter zu gehen, denn immerhin hat sich mein Gehirn daran gewöhnt. Genauso ist es, es gibt die Blogger aber auch anderen Social-Media-„Performer“, die meinen das es mit Lebensfreude, Achtsamkeit und so weiter immer getan ist. Gut, ich berichte auch über Achtsamkeit oder gebe meinen Lesern Übungen an die Hand aber das macht schon gar keine Depression oder eine Panik- oder Zwangsstörung wett. Es kann helfen, unterstützend sein. Jemand, der psychisch gesund ist, wird davon wahrscheinlich vorerst am meisten profitieren. Es ist eben nicht alles Einstellungssache, dass wäre schön. Hormone lassen sich manchmal nicht beeinflussen.

      Ich danke dir und liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Desiree
    22. Juli 2018 at 21:02

    Hallo
    Ein toller und starker Artikel. Auch ich musste eine Zeit lang Antidepressiva nehmen. Bin jetzt im Moment ohne unterwegs und es geht mir gut. Ich habe eine diagnostizierte Depression. Und es gibt mir halt das ich weiß das wenn ich es so nicht schaffe im Notfall etwas zur Hand habe was mir Hilft und mich unterstützt.
    Es ist schlimm das man von der Gesellschaft immer noch heute so behandelt wird, dabei müssten sie es eigentlich besser wissen.
    Liebe Grüße Desiree

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 22:20

      Liebe Desiree,
      danke für dein liebes Feedback. Leider ist dem so und da fehlen mir auch ehrlich die Worte.Freut mich aber sehr, dass du ohne auskommst.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    David Zivku
    23. Juli 2018 at 11:19

    Überragender Artikel Sandra. Jeder, der Antidepressiva nimmt -so wie ich selbst auch- teilweise über lange Zeit, kommt irgendwann genau an diesen Punkt. Sich zu fragen, „brauch ichs noch, will ichs noch, muss ich noch?“ Und wieviele von uns bringen den Mut und die Kraft auf, sich den Fragen zu stellen? Wenige. Du bist eine davon. Wie stets offen, schonungslos und informativ. Und wieder inspiriert mich das Thema, Deine Meinung dazu, aber auch die Antworten Deiner Follower dazu. Es ist ein Thema, daß „wir“ gern wegdrücken und verschweigen. Zu oft und zu leicht misst sich unser Wert in der Gesellschaft an (auch) mentaler Stabilität und Gesundheit. Du hast Sorgen, Probleme oder gar Depressionen? Du nimmst Medikamente, die Dich unterstützen sollen? Schon sinkt der Wert in den Augen mancher. Einiger. Aber genug, um uns deprimiert zurück zu lassen. Das ist die doppelte Portion Ablehnung in einer Zeit, in der es ausschließlich gilt zu funktionieren. Schwäche kann man sich nicht leisten. Als Mutter schonmal gar nicht. Sofort treten die Besserwisser auf den Plan, um Dich zu korrigieren, klein zu machen… Es ist teilweise einfach nur schäbig. Aber Artikel wie Deiner hier, Menschen wie Du, die jeden Tag zT unmenschliches leisten, sind ein Hoffnungsschimmer gegen all das Unverständnis und die Ablehnung. Die ewige Unwissenheit. Mach weiter so…

    • Reply
      Sandra
      25. Juli 2018 at 22:27

      Lieber David,
      vielen lieben Dank für deine liebe Meinung zu meinem Artikel. Ich habe den Mut aufgebracht, mir diese Fragen zu stellen, alleine nach all den Diagnosen und Nicht-Diagnosen. Zwei davon waren wirklich brauchbar und dafür danke ich vor allem meiner Verhaltenspsychologin die mir soviel Mut gemacht hat. Ich glaube auch durch sie, habe ich mich hinterfragt:,,Warum nehme ich es eigentlich? Was kann ich verändern?“ Und du schreibst es, wenn man erwähnt das man Antidepressiva nimmt, habe ich manchmal das Gefühl, dass der Stempel oft gut sitzt. Bisher habe ich um ehrlich zu sein positive Erfahrungen bis neutrale Erfahrungen gemacht aber es ist eben wie es ist. Es gibt solche und solche Menschen. Anstatt einen Menschen zu unterstützen, nehmen sie Abstand. Ob aus Unwissenheit oder Angst. Sie wissen wahrscheinlich manchmal gar nicht, was genau das ist. Was ist eine Depression? Ist das nur Traurigkeit? Melancholie? Es ist mehr als das. Natürlich muss ich als Mutter funktionieren und da hat mir mein Medikament auch sehr geholfen. Auch da war mir es eine große Stütze. Mein Kopf konnte sich beruhigen, Freude wieder hervortreten. Natürlich gibt es gewisse Personen, die meinen einen beleidigen zu müssen, die meinen man denke es sich nur aus aber es gibt auch die, die einem dafür danken, dass man so offen darüber schreibt und spricht und diese Meinung ist mir persönlich am wichtigsten. Menschen die Menschen mit psychischem Problemen aus Gründen auch immer niedermachen, beleidigen oder sonst etwas, sollen sich an ihrer Gesundheit, vor allem psychischen Gesundheit erfreuen und vor ihrer eigenen Türe kehren. Von solchen Menschen halte ich persönlich nämlich absolut nicht.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

  • Reply
    Pierre Engelmann
    27. Juli 2018 at 17:16

    Ein wirklich sehr persönlicher und emotionaler Beitrag, danke, dass du deine Gedanken und Erfahrungen geteilt hast, ich finde das unfassbar spannend. Ich freue mich so für dich, dass du nun auch ohne die Medikamente zurecht kommst. 🙂

    LG Pierre von Milk&Sugar

    • Reply
      Sandra
      30. Juli 2018 at 21:32

      Lieber Pierre,
      danke für dein liebes Feedback aber ich glaube du hast mich missverstanden. Ich würde gerne ohne zurecht kommen.

      Liebste Grüße,
      Sandra.

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